Zwischen 2020 und 2025 erhielten Kameruns dezentralisierte Gebietskörperschaften 727,8 Milliarden FCFA an Transfers vom Staat, und ihr Investitionshaushalt wuchs von 97,6 auf 157,8 Milliarden FCFA. Das sind 60 Milliarden FCFA mehr als 2020, um Schulen, Straßen, Wasserstellen und andere Einrichtungen zu bauen. Die offiziellen Zahlen verzeichnen aber auch einen Verlust: 78,4 Milliarden FCFA an Krediten verfielen, weil Kommunen die Ausführungsfristen nicht einhielten, sodass Infrastruktur ungebaut und Ausstattung ungeliefert blieb.
Die wichtigsten Fakten
- An dezentralisierte Einheiten überwiesen, 2020 bis 2025: 727,8 Milliarden FCFA (Wirtschaftsministerium).
- Investitionsmittel: von 97,6 Milliarden FCFA auf 157,8 Milliarden FCFA, ein Zuwachs von rund 60 Milliarden FCFA.
- Betroffene Kommunen: 374.
- Durch Verfall verloren: 78,4 Milliarden FCFA, weil Ausführungsfristen nicht eingehalten wurden.
- Übertragene Zuständigkeiten: Bildung und Alphabetisierung; öffentliche Gesundheit und Sozialarbeit; Kultur, Jugend, Sport und Freizeit.
Mehr Geld, näher bei den Menschen
Dezentralisierung soll Entscheidungen und Geld näher an die Bürger bringen. Die Zahlen des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass der finanzielle Teil dieses Versprechens wächst: Die Kommunen erhielten im letzten erfassten Jahr mehr als 157 Milliarden FCFA für Investitionen, etwa 60 Milliarden mehr als 2020.
Der Staat hat den Kommunen auch Kompetenzen übertragen: in Bildung und Alphabetisierung, in öffentlicher Gesundheit und Sozialarbeit sowie in Kultur, Jugend, Sport und Freizeit. Theoretisch können diese lokalen Körperschaften Dienstleistungen für die Bevölkerung erbringen, ohne von der Zentralverwaltung abhängig zu sein.
Das Problem der 78,4 Milliarden FCFA
Die Warnung betrifft die Umsetzung. Einige Kommunen, so die Behörden, machten sich des Verfalls von Krediten schuldig, zum Nachteil der lokalen Entwicklung. Im Jahr 2025 gingen 78,4 Milliarden FCFA verloren, weil Ausführungsfristen nicht eingehalten wurden, was bedeutete, dass Infrastruktur nicht gebaut und Ausstattung nicht geliefert wurde.
Das Rezept der Regierung ist ein ergebnisorientierter Ansatz mit vier Prüfpunkten: bessere Planung und Vorbereitung, rechtzeitige Auftragsvergabe, konsequente Ausführung und systematische Überwachung. Erwartet werden weniger verfallene Kredite, Arbeiten von besserer Qualität und die Einhaltung der Ausführungsfristen.
Ein Test für die gesamte Kette des öffentlichen Geldes
Eine Kommune, die Aufträge nicht rechtzeitig vergeben kann, verliert ihr Budget, und ein Staat, der diese Budgets nicht nachverfolgen kann, verliert den Überblick über sein eigenes Geld. Deshalb gehört dieser Beitrag zur Reform des Staatskontos (mehr dazu in der Reform des Einheitlichen Staatskontos) und zur Gehaltsprüfung (mehr dazu in der Prüfung der staatlichen Gehaltsliste): In allen dreien geht es darum, ob öffentliches Geld planmäßig sein Ziel erreicht.
Es greift auch ein Thema aus unserem Artikel darüber, wo Kameruns öffentliches Geld versickert auf: Es geht nicht nur darum, wie viel der Staat einnimmt, sondern wie gut er es ausgibt.
Was das Gesetz verspricht und was der Verlust bedeutet
Die Transfers beruhen auf einer gesetzlichen Zusage. Das Allgemeine Gesetzbuch der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften, das am 24. Dezember 2019 erlassene Gesetz Nr. 2019/024, verankerte den Gemeinsamen Dezentralisierungsfonds im Gesetz. Nach Abschnitt 25 legt das Finanzgesetz jedes Jahr den Anteil der Staatseinnahmen fest, der in den Fonds fließt, und dieser Anteil darf 15 % nicht unterschreiten, wie Cameroon Tribune berichtete. Für 2022 setzte ein Dekret den Fonds auf 240,2 Milliarden FCFA fest: 128,1 Milliarden für den Betrieb und 112,1 Milliarden für Investitionen.
Diese Zahlen machen den Verlust von 2025 besser einschätzbar. Die verfallenen 78,4 Milliarden FCFA entsprechen etwa der Hälfte des Investitionshaushalts von 157,8 Milliarden FCFA. Auf 374 Kommunen verteilt sind das im Schnitt rund 210 Millionen FCFA pro Kommune, auch wenn sich der Verlust nicht gleichmäßig verteilen wird. Nach unserer Einschätzung verschiebt sich der Engpass von der Frage, wie viel Geld ankommt, hin zu der Frage, wie schnell die Gebietskörperschaften es in Aufträge und Arbeiten umsetzen können.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Die Verantwortlichen verweisen auf einige Kommunen mit greifbaren Ergebnissen im Jahr 2025, doch die Zahl, der man folgen sollte, ist die Summe der verfallenen Kredite für 2026. Sinkt sie, wirken die Reformen bei Planung und Vergabe. Wenn nicht, wird das zusätzliche Geld weiter an demselben Engpass hängen bleiben.
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Quellen und weiterführende Informationen: Ministerium für Wirtschaft, Planung und Regionalentwicklung (MINEPAT), Finanzministerium (MINFI), Cameroon Tribune zum Finanzregime, Dekret zum Gemeinsamen Dezentralisierungsfonds 2022. Recherche vor Ort: Clarice Arrey Tarkang, L. Nguimbous und Hugues Djon. Die Zahlen stammen vom Wirtschaftsministerium; der rechtliche Rahmen stammt aus dem Dekret von 2022 und von Cameroon Tribune. Die Durchschnittswerte pro Kommune sind unsere Berechnung. Aktualisiert am 7. November 2026.
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